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Das Friedensdorf San José de Apartadó muss leben!
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Urgent Action

 

UA-Nr: UA-048/2005-4

AI-Index: AMR 23/042/2006

Datum: 04.10.2006

 

SORGE UM SICHERHEIT

 

Weitere Informationen zu UA 48/05 (AMR 23/00372005, 28. Februar 2005, AMR 23/043/2005,

16. Dezember 2005, AMR 23/010/2006, 13. März 2006, und AMR 23/011/2006, 16. März 2006)

 

amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V., 53108 Bonn

Telefon: 0228/983 73-0 - Telefax: 0228/63 00 36

Spendenkonto: 80 90 100 - BfS Köln - BLZ 370 205 00

E-mail:

 

Kolumbien:

Bewohner der „Friedensgemeinde” San José de Apartadó, Departement Antioquia

Am 25. September 2006 drohte eine Gruppe bewaffneter Männer, die angaben, der paramilitärischen Organisation „Autodefensas Unidas de Colombia” (AUC) anzugehören, erneut damit, die Sprecher der „Friedensgemeinde” San José de Apartadó im Departement Antioquia zu töten.

Berichten zufolge drangen zwischen 30 und 40 bewaffnete Männer, von denen einige Mundtücher mit der Aufschrift „Autodefensas Unidas de Colombia“ und Armbinden mit dem Akronym AUC trugen, in ein Haus in der Nähe von San Josecito ein. San Josecito ist eine Siedlung, die 2005 von Bewohnern der „Friedensgemeinde” San José de Apartadó errichtet wurde. Die bewaffneten Männer verlangten Informationen über San José de Apartadó, um so ihr Ziel verfolgen zu können, die „Friedensgemeinde“ zu vernichten.

Die Paramilitärs sollen eine Namensliste vorgelegt und ihre Absicht erklärt haben, mehrere Sprecher der „Friedensgemeinde“ und deren Unterstützer zu töten. Die Männer wollten außerdem wissen, ob sich „Gringos“ in der Region befänden, und erklärten, es seien die „Gringos“, die sie davon abhielten, die „Friedensgemeinde“ anzugreifen. Sie drohten damit, früher oder später den Angriff auszuführen und die Region von der Guerilla zu säubern, wobei sie darlegten, die Bewohner der Friedensgemeinde seien Mitglieder der Guerilla. Offenbar benutzen die Paramilitärs die Bezeichnung „Gringos“ für Mitglieder internationaler Menschenrechtsorganisationen, die Bewohner der Friedensgemeinde durch ihre Begleitung schützen. Bevor die Paramilitärs sich wieder zurückzogen, drohten sie damit, jeden zu töten, der es wage, über ihren Besuch in San Josecito zu sprechen.

Angesichts dieser erneuten Drohungen besteht Anlass zu großer Sorge um die Sicherheit der Bewohner der Friedensgemeinde. Bereits in der Vergangenheit sind diejenigen, denen die Sicherheitskräfte und ihre paramilitärischen Verbündeten vorwerfen, die Guerilla zu unterstützen, häufig Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen geworden. Es ist zudem besorgniserregend, dass eine große Anzahl Paramilitärs in die Region San Josecito eindringen konnte, obwohl dort zahlreiche Militäreinheiten stationiert sind. San Josecito liegt ganz in der Nähe der „Friedensgemeinde“ San José de Apartadó, in der Berichten zufolge ständig Polizei- und Militäreinheiten stationiert sind. In der Nähe sollen sich noch weitere Armeestützpunkte befinden. Eigentlich hätten die in der Region operierenden paramilitärischen Gruppen in den vergangenen Jahren demobilisiert werden sollen.

 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die „Friedensgemeinde“ (Comunidad de Paz) war im März 1997 gegründet worden. Mit der Gründung der Gemeinde wollte die Zivilbevölkerung ihr Recht durchsetzen, nicht in Kolumbiens Bürgerkrieg hineingezogen zu werden. Sowohl die Sicherheitskräfte und ihre paramilitärischen Verbündeten als auch die Guerillagruppe FARC werfen den Bewohnern der Gemeinde vor, jeweils die andere Seite zu unterstützen. Seit der Gründung der Gemeinde sind mehr als 160 ihrer Bewohner getötet worden oder dem „Verschwindenlassen“ zum Opfer gefallen. Für die Mehrzahl dieser Taten waren Angehörige der Sicherheitskräfte und Paramilitärs verantwortlich, aber auch FARC-Mitglieder haben Bewohner der „Friedensgemeinde“ ermordet und verschleppt.

Angesichts der gefährlichen Situation, der sich die Bewohner der „Friedensgemeinde“ ausgesetzt sehen, hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte der Organisation Amerikanischer Staaten die kolumbianische Regierung aufgefordert, die Sicherheit der Bewohner von San José de Apartadó zu gewährleisten. Zuletzt erfolgte eine solche Aufforderung in einer Resolution am 15. März 2005, ohne dass offenbar entsprechende Maßnahmen ergriffen worden wären.

 

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte weitere Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

Ihre Sorge um die Sicherheit der Bewohner der „Friedensgemeinde“ San José de Apartadó zum Ausdruck bringen, nachdem Paramilitärs gedroht haben, Sprecher der Gemeinde zu töten und den Einwohnern vorgeworfen haben, die Guerilla zu unterstützen;
fordern, dass eine umfassende und unabhängige Untersuchung der paramilitärischen Drohungen gegen die Gemeindebewohner eingeleitet wird, die das Ziel verfolgt, die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen;
fordern, dass in Absprache mit den gefährdeten Gemeindemitgliedern alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Bewohner der „Friedensgemeinde“ eingeleitet werden, um so die Resolution des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 15. März 2005 umzusetzen;
die Behörden auffordern, das Recht der Zivilbevölkerung, darunter der „Friedensgemeinde“ San José de Apartadó, zu respektieren, nicht in den Konflikt zwischen Regierungstruppen und Guerrillagruppen hineingezogen zu werden;
bei den Behörden darauf dringen, dass die Verbindungen zwischen den Sicherheitskräften und den paramilitärischen Gruppen im Departement Antioquia zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht werden, vor allem angesichts der Berichte, denen zufolge eine große Anzahl Paramilitärs in die Umgebung von San Josecito eindringen konnte, obwohl in diesem Gebiet zahlreiche Militäreinheiten stationiert sind und Paramilitärs in der Region bereits demobilisiert sein sollten;
fordern, dass die Ergebnisse der Untersuchungen veröffentlicht werden und die für die Unterstützung paramilitärischer Gruppen Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

APPELLE AN:

Señor Presidente Álvaro Uribe Vélez, Presidente de la República, Palacio de Nariño

Carrera 8 No. 7-2, Bogotá, KOLUMBIEN

(Staatspräsident - korrekte Anrede: Excelentísimo Señor Presidente Uribe)

Telefax: (00 57) 1-337 5890, (00 57) 1-342 0592

Dra. María Consuelo Araújo, Ministra de Relaciones Exteriores, Ministerio de Relaciones Exteriores, Calle 10 No 5-51, Palacio de San Carlos, Bogotá, KOLUMBIEN

(Außenministerin – korrekte Anrede: Sra. Ministra)

Telefax: (00 57) 1-562 7822

Dr. Mario Germán Iguarán, Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación, Diagonal 22B 52-01 (Ciudad Salite), Bogotá, KOLUMBIEN

(Generalstaatsanwalt - korrekte Anrede: Estimado Dr Germán)

Telefax: (00 57) 1-570 2000 (geben Sie nach der spanischen Ansage die Durchwahl 2017 ein)

 

KOPIEN AN:

Sr. Volmar Antonio Pérez Ortiz, Defensor del Pueblo, Defensoría del Pueblo,

Calle 55, No. 10-32/46 oficina 301, Bogotá, KOLUMBIEN (Ombudsmann für Menschenrechte)

Botschaft der Republik Kolumbien, Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin

(I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía-Marulanda)

Telefax: 030-2639 6125 - E-Mail:

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. November 2006 keine Appelle mehr zu verschicken.

 

RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language:

- expressing concern for the safety of the inhabitants of the Peace Community of San José de Apartadó, following reports that paramilitaries are threatening to kill community leaders and accusing its inhabitants of being guerrillas;

- calling for full and impartial investigations into reported paramilitary threats against members of the Peace Community, for the results to be made public, and for those responsible to be brought to justice;

- expressing concern that the lives of other members of the Peace Community of San José de Apartadó are at risk, and calling on the authorities to take all measures necessary to guarantee the safety of the community, as deemed appropriate by the community themselves, in line with the Resolution issued by the Inter-American Court of Human Rights of the Organization of American States on 15 March 2005;

- calling on the authorities to respect the right of the civilian population, including the Peace Community of San José de Apartadó, not to be drawn into the long-running conflict in Colombia;

- calling for a full and impartial investigation into links between the security forces and paramilitary groups operating in Antioquia, given that reports indicate a large number of paramilitaries were able to enter the area around San Josecito despite the fact that the area is usually heavily-militarized and despite the fact that paramilitaries in the area have supposedly been demobilized;

- urging that the results are made public and those found responsible for supporting and participating in such groups are brought to justice.

 

 amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V., 53108 Bonn

Telefon: 0228/983 73-0 - Telefax: 0228/63 00 36

Spendenkonto: 80 90 100 - BfS Köln - BLZ 370 205 00

E-mail:

 


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