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Berichte vom 21.09.2005
Inhalt Portfolio zum Massaker vom 21.02.2005
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Das Friedensdorf San José de Apartadó muss leben!
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Aus dem Bericht von Michael Wiesmann:

Wir waren zwischen 40 und 50 Menschen, ein guter Teil davon aus ZEGG und Siebenlinden, ab 11Uhr vor der Botschaft mit Trommeln und Liedern. Kurze Zeit später brach in der Strasse gegenüber ein Hotelbrand aus, bei dem glücklicherweise keine Personén zu Schaden kamen, der aber ein Dutzend Feuerwehrautos, ein Dutzend Polizeifahrzeuge und ein Dutzend andere Hilffahrzeuge sowie eine Menge Schaulustiger und Presse herbeizauberte. wir waren plötzlich von einem Katastrophenszenario umgeben. Diese geballte Energie hat uns in einem gewissen Sinn auch Energie zugeführt. Eine langweilige Strasse hat sich plötzlich in ein Zentrum der Aufmerksamkeit verwandelt. 

In der Mittagspause der Botschaft waren wir vor der Gedächtniskirche in Berlin und haben uns da mit den Schildern der Opfer des 21.2 05 in einer Reihe an die sehr stark begangene Strasse gestellt und geschwiegen (mit ca 30 Menschen), was einen sehr starken Raum aufgebaut hat.Dazu kam eine sehr einfache und wirkungsvolle Pantomime mit symbolischer Gewalt, die vor diesen Schildern gespielt wurde. Die Menschen (international) sind stehengeblieben und haben Flugblätter gelesen, viele wollten sehr genau wissen, um was es geht. Just zu dem Zeitpunkt, wo wir aufbrechen wollten, kam die Polizei und verbot uns, da zu stehen, worauf wir sofort eingelenkt haben, sehr zu ihrem Erstaunen. 

Um 15 Uhr waren wir wieder vor der Botschaft. Wir haben einen Gesprächstermin in der Botschaft um 15 Uhr, mit zwei Mitarbeitern der Botschaft, einer davon der Wirtschaftsattaché. (über den Inhalt berichte ich im Anschluss) Von unten  von der Strasse haben wir während dem ganzen Gespräch die unterstützenden Beats unserer Trommler gehört, die die Energie gehalten und gestützt haben.

Malcolm, unser Filmemacher, hat sehr viel gefilmt über die ganze Aktion und will einen Zusammenschnitt von einigen Minuten machen.

Die eingeladene Presse ist nicht aufgetaucht, dafür aber verschiedene Menschen von verschiedenen Kolumbienunterstützungsgruppen sowie eine Frau von der SPD, die da in einem Kolumbienausschuss arbeitet und uns eingeladen hat, da zu sprechen (das ist noch nicht passiert).

Ich habe in Interview mit einem chinesischen Fernsehsender (NSD) gegeben, die waren zufällig da wegen dem Brand gegenüber.

Ansonsten war Presse dünn.

Alles in allem war es eine gelungene Aktion, und wir haben uns sehr verbunden gefühlt mit allen, die heute in Europa demonstriert haben, und ganz besonders mit den Menschen, die sich ab heute in San José treffen und die wir ganz herzlich grüssen.

 

Beim Gespräch in der Botschaft ging es uns im wesentlichen um drei Punkte:

1. Schutz für San José, und wie kann er aufgebaut werden.

2. Die Aussage von Präs. Uribe, dass Bewohner von SJA bei der Guerilla mitarbeiten/mitkämpfen, also Terroristen sind, und die Forderung, dass er diese Aussage widerruft.

3. Eine Partnerschaft zwischen Ökodorf Siebenlinden und San José, und wie die Botschaft das unterstützen kann.

4. Die Notwendigkeit, Friedensdörfer insgesamt von offizieller Seite zu unterstützen und zu schützen

 

Zu 1): Wir haben den Punkt angesprochen, dass der "Polizeischutz" gegen den Willen der Bevölkerung im Dorf selber stationiert ist, und dass es einem demokratischen Staat entsprechen würde, mit der Bevölkerung abzustimmen, wie für sie ein Schutz aussehen würde, anstatt ihnen eine ungewünschte Form aufzuoktroieren.

Wir haben über den Punkt gesprochen, dass die Untersuchungen der Massaker vom 21.2.05 nicht weiterverfolgt werden.

Die Botschaft hat uns zu dieser Frage eine Stellungnahme der Regierung überreicht, die sie angefordert haben aufgrund von vorangegangenen Anfragen von Irma und ÖffÖff. Kurz zusammengefasst: Die Untersuchengen gehen weiter, sind aber behindert durch zwei Dinge: bewaffnete Zwischenfälle und die Weigerung der Bewohner von SJA, brauchbare Zeugenaussagen zu machen.

Zu 2) Diese Aussage von Präsident Uribe ist der Botschaft unbekannt. Im Gegenteil: Der Präsident sei besorgt um die Ereignisse in San José. Da wir an der Stelle keine ausreichende Kenntnis der Vorgänge hatten, habe ich versprochen, ihnen noch genauere Informationen über den Vorgang zu besorgen. Das ist hier meine Anfrage an euch, IGF, aber auch an Gloria und die Menschen aus SJA: Bitte nennt mir den genauen Vorgang, Zeitpunkt, Informationsquellen etc. Ich würde das an die Botschaft weiterleiten.Es könnte hilfreich sein, das so genau zu benennen. Man kann diesen Unschuldsschleier nur lüften mit sehr genauen Informationen.

Zu 3) Den Vorschlag einer Partnerschaft begrüsst die Botschaft sehr und will es unterstützen. Auch die internationale Präsenz in San José befürworten sie ausdrücklich.

Zum Schluss verbleiben wir so: Sie versprechen uns, unsere Anliegen an die Regierung in Kolumbien weiterzuleiten. Sie schicken uns eine Kopie von dem, was sie aus unserem Gespräch an ihre Regierung weiterleiten.

Ich gebe ihnen wenn möglich Information über Uribes Aussagen zu San José.

Sie halten uns auf dem Laufenden über den Fortgang der Untersuchungen des Massakers.

Sie laden uns ein, mit ihnen im Dialog zu bleiben über diese Dinge.

 

Das Gespräch fand in freundlicher Atmosphäre statt. Wir waren überrascht und erfreut von ihrer Offenheit, wohl wissend, dass das noch nichts aussagt über die Konsequenzen des Gesprächs.


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