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Das Friedensdorf San José de Apartadó muss leben!
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15-06-07 17:49
Brief an Präsident Uribe von der Jugenschule Globales lernen

By AMALIE SCHRAMM





Sehr geehrter Herr Präsident Uribe,

Ich möchte gleich am Anfang erwähnen, dass ich Ihnen diesen Brief schreibe, um Sie aufzufordern, die Friedensgemeinde San José de Apartadó in Kolumbien zu unterstützen, indem Sie mithelfen, dass sie geschützt wird. Sie haben die Autorität, alles zu verändern; Sie haben die Macht, das brutale Morden in San José zu stoppen!

Ich lebe in Tamera im Süden von Portugal in einem Friedensforschungsdorf. Vor sechs Jahren bin ich hier mit meiner Mama her gezogen, damals lebte ich hier, weil meine Familie hier ist, heute lebe ich hier, weil ich weiß, dass ich mich einsetzen möchte für ein Leben ohne Krieg. Ich bin eine von Tausenden Jugendlichen dieser Erde, die den Wunsch nach einer Welt hat, die ohne Macht, Unterdrückung und Angst funktioniert.

Im Sommer 2006 haben wir drei Jugendliche (junge Männer) aus der Friedensgemeinde hier nach Tamera eingeladen. Es war für mich schockierend zu sehen, aus welch einer Lebenssituation sie kommen. Kaum ein Mensch aus der Friedensgemeinde San José hat nicht ein Familienmitglied verloren durch unmenschlichen brutalen Mord einer bewaffneten Gruppe. Sie leben unter ständiger Angst, wer als nächstes unschuldig ermordet wird..... Ein Freund, eine Schwester oder womöglich man selbst??? Können Sie sich vorstellen, unter solchen Lebensbedingungen noch die Möglichkeit zu haben, ein glücklicher Mensch zu werden? Ich war erstaunt, dass diese Menschen trotz der Lebenssituation noch eine Hoffnung in sich tragen, Hoffnung, die ihnen Lebensfreude gibt. Wir können es nicht zulassen, dass sie diese Hoffnung auch noch verlieren! Somit schreibe ich als Freundin dieser Friedensgemeinde im Namen meiner Schule "Jugendschule für Globales Lernen " und im Namen des Friedensforschungsdorfs in Portugal "Tamera Global Campus" mitzuhelfen, dass diese Menschen vor bewaffneten Gruppen geschützt werden! Wir alle sind mit dem Recht zu leben auf die Welt gekommen, aber durch die politischen Umstände wird es den Menschen in San José genommen. Mein Wunsch ist es, dass diese Menschen ein Leben führen können, in dem sie die Freiheit bekommen, ihr Leben selbst zu gestalten, ohne um ihr Überleben kämpfen zu müssen, dass auch die Jugendlichen so leben können, dass ihr Wunsch nach einer Ausbildung verwirklicht werden kann!
Ich denke darüber nach, wie ich als 15jähriges Mädchen Sie, "Herr Präsident", erreichen kann, wie ich Ihnen mitteilen kann,, dass es wirkliche Freunde für mich sind, dass ich mich mit ihnen zusammen auf den gleichen Weg begebe, den Weg des Friedens. Sie haben verkündet, dass angeblich die Friedensgemeinde mit den Guerillas zusammenarbeitet. Haben sie schon einmal darüber nachgedacht, in welche Gefahr Sie diese Menschen bringen mit solch einer Aussage? Ich kann Ihnen versichern, dass diese Gemeinde unschuldig ist!

Es ist eine Gemeinde, die beschlossen hat, nicht bei dem Kampf zwischen Guerillas, Paramilitär und Staatsmilitär mitzuwirken. Eine Gemeinde, die sich noch mehr oder weniger autark versorgen kann und alles dafür tut, um in Frieden zu leben. Mal ganz ehrlich: Irgendwo wissen Sie doch selber, dass die 168 Morde, die diesen Menschen angetan wurden, dass es keinen Recht darauf gibt!

San José hat eine große Bedeutung für unser Friedensforschungsdorf, da sie mitten im Bürgerkrieg leben, und wenn sie überleben wollen, müssen sie radikal aus dem System der Gewalt aussteigen. Eine ihrer Regeln ist z.B., jeden Kontakt zu Waffen und bewaffneten Menschen zu vermeiden; das Konsumieren von Alkohol innerhalb des Dorfes ist verboten! Nur so schaffen sie es, ein friedliches Leben zu führen bei der momentanen Situation in Kolumbien.
Wir werden sie weiterhin unterstützen, wir werden weiterhin dieses Dorf in die Öffentlichkeit bringen, in die Medien, somit wird in Zukunft ALLE WELT über dieses Dorf Bescheid wissen! Und wir werden sie auch weiterhin unterstützen durch Besuche in der Friedensgemeinde San José.

Herr Präsident, ich habe gelesen, dass Ihr Vater von den Guerillas ermordet wurde. Können Sie sich noch an den Schmerz erinnern, den Sie damals erlitten haben? Jeden Tag leiden Kinder diesen Schmerz, deren Eltern umgebracht wurden, egal von welcher Seite. Das muss aufhören! Helfen Sie mit, dass die ständige Verzweiflung und Trauer in den Herzen aller Menschen ein Ende finden kann.

In diesem Sinne schicke ich Ihnen Herzensgrüße mit der Hoffnung, dass Sie meinen Wunsch heraus hören konnten... Den Wunsch, dass es meinen Freunden in Kolumbien gut geht.

Amalie Johanna Schramm (geb. 1992)




Links:
www.jugendschule.de


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