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Das Friedensdorf San José de Apartadó muss leben!
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ÄRZTE OHNE GRENZEN kümmert sich um Vertriebene in San Josesito

Nach Jahrzehnten des Konflikts ist in Kolumbien der Bürgerkrieg zur täglichen Realität der Zivilbevölkerung geworden. Jeden Tag werden Menschen verwundet, getötet oder sie „verschwinden“ einfach. Andere werden dazu gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Ende Februar 2005 wurden im Nordwesten des Landes, in  San José de Apartadó, acht Menschen ermordet. Zwei der Opfer waren Sprecher des Dorfes, das sich 1997 zur „Friedensgemeinde“ erklärt hatte, um die Fronten des Bürgerkriegs von sich fernzuhalten.

 

Die Versorgung mit Wasser ist sehr wichtig

„Die Situation ist vergleichbar mit einem Vertriebenenlager, das sich im Aufbau befindet – nur in kleineren Dimensionen“, meint der Projektkoordinator Steve Hilde. „Kurzfristig müssen wir den Kreislauf der Krankheiten unterbrechen. Der effektivste Weg, um dies zu tun, ist die Versorgung mit sauberem Wasser und Seife sicherzustellen. Die unmittelbare Priorität ist natürlich, diejenigen zu behandeln, deren Erkrankungen am schwersten sind. Außerdem versuchen wir herauszufinden, welche psychosozialen Folgen die Ereignisse der letzten Zeit für die Menschen haben.“

In zwei Tagen führte das aus einem Arzt, einem Psychologen und zwei Krankenschwestern bestehende Team von ÄRZTE OHNE GRENZEN über 250 Behandlungen in einer kleinen Hütte durch. „Wir sehen wachsende Anzeichen für Atemprobleme, Durchfall, Hautkrankheiten, parasitäre Erkrankungen, Malariaverdachtsfälle und andere Krankheiten“, sagt Hilde. Um Durchfall zu bekämpfen und kürzlich einsetzender Unterernährung vorzubeugen, wurde Müttern gezeigt, wie sie Rehydrierungssalze aus Salz und Zucker herstellen können. Die 30 bedürftigsten Familien wurden mit Paketen zur Dehydrierung versorgt. 31 Wasserfilter wurden aufgebaut und acht Wasserverteilungspunkte mit einem 1.500-Liter-Tank verbunden. „Es gibt hier noch viel zu tun, um die Wasser- und Sanitäranlagen zu verbessern. Aber es war bereits ein gutes Gefühl zu sehen, wie die Kinder Kanister mit Wasser füllten und sich ihre Hände wuschen, nachdem wir die Wasserstellen eingerichtet hatten“, betont Hilde.

Psychische Probleme sind weit verbreitet

 

Die kleine Not-Ansiedlung San Josesito ist nur eine Stunde von Apartado, der Hauptstadt der Region Urabà Antioquia, entfernt, einer durch Bananenplantagen wohlhabend gewordenen Gegend nahe der Grenze zu Panama. Die geringe Entfernung zu dieser Stadt garantiert jedoch keinen Zugang zum dortigen Krankenhaus. Wie in vielen der Gebiete, in denen ÄRZTE OHNE GRENZEN in Kolumbien arbeitet, reisen die Menschen kaum, weil sie Angst haben, ihr ländliches Gebiet zu verlassen. In San Josesito zeigten viele Menschen Symptome psychischer Probleme nach schweren Traumata und suchten daher den Psychologen von ÄRZTE OHNE GRENZEN auf. Viele haben den Verlust von Familienmitgliedern und Freunden erlebt, haben Angst vor einer Gefangennahme in den Konflikten, vor Reisen oder dem Verlust ihrer Existenzgrundlage.

Bei dem Einsatz in San Josesito treffen die Mitarbeiter auf alle Kriterien, die für diese Region typisch sind: Konflikte und Unsicherheit, Vertreibung, verlassene Dörfer und Isolation. Nach dem Massaker im Februar und der Ankunft der Polizei war das Dorf verlassen. In Kolumbien kann die Akzeptanz eines bewaffneten Akteurs zur Folge haben, dass man die Zielscheibe eines anderen wird. Um dies zu vermeiden, hatte sich San José 1997 zur „Friedensgemeinde“ erklärt und die Anwesenheit aller bewaffneten Akteure verweigert. In den letzten acht Jahren hat diese neutrale Position die Gemeinde 160 Menschenleben gekostet.

Stand: 25. April 2005

Quelle: http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/Laender/Laenderauswahl/Kolumbien/Kolumbien-Vertriebene-San-Josesito.php

 

 

 

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