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Das Friedensdorf San José de Apartadó muss leben!
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An alle Friedenskräfte!

Geleitwort von Sabine Lichtenfels (1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005)

08.08.05

Wir hatten im Juli 2005 Gloria Cuartas zu Gast auf der Sommeruniversität in Tamera, ehemalige Bürgermeisterin von Apartado in Kolumbien, von der UNESCO ausgezeichnete „Bürgermeisterin für den Frieden“ und heute Generalsekretärin der linken Partei „Frente Social y Politico“. Mit ihr kamen zwei BewohnerInnen aus San José, einem Friedensdorf inmitten eines Gebiets, in dem seit 40 Jahren Bürgerkrieg herrscht. (Wir nennen ihren Namen nicht, weil wir noch nicht wissen, ob wir sie damit in Gefahr bringen.) Den Anlass, VertreterInnen aus San José nach Tamera einzuladen, gab die extrem grausame Ermordung von Luis Eduardo Guerra, einem der Leiter des Friedensdorfes, zusammen mit sieben weiteren DorfbewohnerInnen, darunter jungen Frauen und Kindern, am 21. Februar diesen Jahres. Es folgten Verleumdungen und Morddrohungen gegen unsere Freundin Gloria Cuartas. Es gehört zu den Grundsätzen dieser friedlichen Gemeinde, dass sie keine Waffen an ihrem Ort dulden.

In einem Land, in dem wegen seiner Bodenschätze und seiner strategisch wertvollen Lage Militär, Polizei, Paramilitärs und Guerilleros gegeneinander kämpfen, versuchen die DorfbewohnerInnen, mit aller Kraft ein Beispiel zu setzen, dass auch ein anderes Leben möglich ist. Wir achten und bewundern den Mut und die Hoffnungskraft dieser Bauern, dieser Frauen und Kinder. Aber wir wissen auch, dass diese Menschen unter größter Gefahr leben. Als wäre ihnen nicht bereits genügend Leid geschehen, schiebt man ihnen selbst die Morde zu, die an ihren Brüdern, Müttern, Kindern begangen wurden. Statt sie zu schützen, klagte Präsident Alvarez Uribe die DorfbewohnerInnen an, mit Guerilleros zu kooperieren. Der nächste logische Schritt nach dieser kaltbösen, kriminellen Aussonderung wird sein, sie unter Druck zum Verlassen der Region zu zwingen, was das eigentliche, erklärte Ziel der Regierung ist. Im Falle der Weigerung werden sie eliminiert – was dann von der Regierung als erfolgreicher Schlag gegen den Terrorismus deklariert wird. Und das unter dem Beifall der meisten Staaten, die vor dem amorphen „Terrorismus“ zittern. Gloria Cuartas, Ihre MitstreiterInnen und das Friedensdorf San José schweben in höchster Gefahr.

Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn jetzt die Menschen, die uns jetzt hier in unserer Sommeruniversität ihre Geschichte erzählten, mit denen wir geweint, gelacht und gesungen haben, bald als Märtyrer für ihr Friedensdorf in die Geschichte eingehen werden wie so viele andere.

Ich bitte Sie: Veröffentlichen Sie die Nachrichten über San José. Protestieren Sie bei der kolumbianischen Regierung. Nur eine internationale Öffentlichkeit kann der Gruppe jetzt den Schutz gewährleisten, den sie braucht. Ich danke für Ihre Mithilfe! Sabine Lichtenfels, Mitbegründerin des Friedensforschungsprojektes Tamera 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005: http://www.1000peacewomen.org/de/html/nominierte/treffer.php?ID=629



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