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Das Friedensdorf San José de Apartadó muss leben!
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Geschätzte Kollegin, geschätzter Kollege von Presse, Radio oder Fernsehen!

Ich bedanke mich sehr herzlich, dass Sie mir einen Moment Ihrer knappen Zeit schenken.

Journalismus hat jenseits der Sachzwänge von Einschaltquoten und Leserschaftszahlen immer noch alle die wichtigen Aufgaben zu erfüllen, die ihm jener Status aufbürdet, den man gemeinhin als „vierte Gewalt im Staat“ bezeichnet. Transparenz schaffen, Zusammenhänge aufzeigen, hinschauen, wo andere wegschauen, Mauscheleien, Intrigen und Skandale aufdecken – all dies und noch einiges mehr gehört dazu.

Im Falle der Menschen von San José de Apartadó, um deren Situation es in diesem Dossier geht, kommt eine weitere Aufgabe hinzu, die leider in vielen Fällen immer wichtiger wird: Öffentlichkeit schaffen, um Menschen, die in akuter Gefahr sind, zu schützen. So lange die Weltöffentlichkeit keine Notiz nimmt, können Despoten jeglicher Gattung schalten und walten, wie sie wollen. Sobald sie aber wissen, dass ihnen eine sensibilisierte Öffentlichkeit auf die Finger schaut, sind ihnen die Hände mit Rücksicht auf ihre eigenen internationalen Interessen gebunden. Peace Brigades International und Amnesty International beobachten die Vorgänge in Kolumbien aufmerksam.

Doch dies allein genügt nicht. Nur wenn es gelingt, Öffentlichkeit herzustellen, kann das Leben der Menschen in San José gesichert werden und besteht Hoffnung, dass ihre Vision von einem autarken, neutralen Friedensdorf mitten im Konfliktgebiet, das als Keimzelle des Friedens für die ganze Region in Erfüllung gehen kann.

Die Menschen von San José wollen von uns kein Geld, keine Kleider und keine Nahrungsmittel – sie wollen nur unsere Aufmerksamkeit und unsere Mithilfe dabei, Öffentlichkeit zu schaffen – wohl wissend, dass dies der einzige Schutzschild ist, der ihr Dorf vor der Eliminierung durch Massaker oder Vertreibung retten kann.

Wenn Sie Ihren Teil dazu beitragen, dass diese Öffentlichkeit geschaffen werden kann, dann freut mich dies. Die Menschen in San José aber werden es Ihnen aus tiefstem Herzen danken.

Ich wünschte, Sie hätten wie ich Gelegenheit gehabt, diesen Menschen in die Augen zu schauen und ihnen die Hände zu drücken. Sie könnten, wie ich, nichts anderes mehr tun als handeln.

Fredy Kradolfer, Chefredaktor Winterthurer Zeitung

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