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Das Friedensdorf San José de Apartadó muss leben!
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San José Solar: eine Keimstätte der Hoffnung in Kolumbien soll aufgebaut werden

 

Projektbeschreibung

 

 

1. Das Friedensdorf San José de Apartadó

 

Seit über 40 Jahren herrschen in weiten Teilen Kolumbiens bürgerkriegsähnliche Zustände. Fast täglich finden unübersichtliche und brutale Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppierungen statt, zwischen Militärs, paramilitärischen Einheiten, Guerilla und Banden. Dazwischen leben zahllose ungeschützte Zivilisten, die von ihrem Land vertrieben wurden. 4 Millionen Kolumbianer wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land. Die meisten von ihnen landen in den Slums der großen Städte.

Im Norden des Landes, in der Provinz Antiochia, erklärten sich 1997 die 1350 Einwohner und Einwohnerinnen des Dorfes San José de Apartadó auf Vorschlag ihres Bischofs zu einem neutralen Dorf. Die Gründung eines Friedensdorfes war ihre Art des Widerstandes gegen Vertreibung und Flucht. Sie verweigern seitdem das Tragen von Waffen und die Kooperation mit jeglichen bewaffneten Gruppen, sie verweigern den Anbau von Drogen und den Genuss von Alkohol. Nach ihrem Beispiel haben sich in Kolumbien zahlreiche weitere Friedensdörfer gegründet.

 

Für die Sicherheit dieses Dorfes wäre die Unterstützung des kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe unabdinglich. Statt dessen aber behauptete dieser öffentlich, das Friedensdorf kooperiere mit Guerilla-Kräften, und erklärte die Bewohner dieses Dorfes somit de facto zu Vogelfreien.

In den 10 Jahren seiner Existenz wurden über 170 der unbewaffneten Einwohner des Friedensdorfes von Paramilitär, Armee, Banden und Guerilla brutal ermordet!

Lebensmittelblockaden führten zu Mangelernährung und Krankheiten. Bis heute wurde keine einzige Anklage gegen die Mörder erhoben. Aber die Bewohner von San José de Apartadó ließen sich nicht einschüchtern. Ihr Gemeinschaftsmodell funktioniert durch gegenseitige Hilfe und gemeinsames Wirtschaften sowie durch gemeinsame Ausbildung der Kinder. Internationale Gruppen wie Amnesty International und Peace Brigades International beobachten das Dorf und versuchen, es vor den brutalen Angriffen der Paramilitärs, des Militärs und anderen Gruppen zu schützen.

 

Nachdem im Februar 2005 erneut 8 Menschen, darunter der Sprecher des Dorfes, Luis Eduardo Guerra, seine Lebensgefährtin und sein Sohn, von Uniformierten auf bestialische Weise ermordet wurden und daraufhin Soldaten das Dorf besetzten, verließen die Einwohner ihre Häuser und bauten in einigen Kilometern Entfernung eine komplett neue Siedlung auf: San Josesito.

 

Dieses neue Dorf hat noch kaum Infrastruktur. Es ist nur rudimentär mit Strom versorgt, eine Wasserversorgung wurde notdürftig von "Ärzte ohne Grenzen" aufgebaut. Eine staatliche Versorgung wäre nicht nur sehr teuer, sondern würde auch eine erneute Abhängigkeit bedeuten. Eine zuverlässige Stromversorgung ist aber notwendig, nicht nur für das tägliche Leben, sondern auch, um die Maschinen zur Verarbeitung von Bananen und Kakao zu betreiben. Sie sind die ökonomische Grundlage des Dorfes.

Wir wollen mithelfen, dass San Josesito zu einem autarken Siedlungsmodell für Kolumbien wird. Die internationale Öffentlichkeit, die eine solche Modellsiedlung erreicht, würde zu einem Schutz seiner Einwohner beitragen. Angestrebt sind eine Energieautarkie durch Solarenergie, eine autarke und keimfreie Wasserversorgung und eine Pflanzenkläranlage zur Abwasserreinigung.

 

 

2. Das Friedensforschungszentrum Tamera / Portugal und die Kooperation mit San José de Apartadó

 

Tamera im Süden Portugals, gegründet 1995, ist eine internationale Forschungs- und Experimentierstätte zum Aufbau von Friedensdörfern weltweit. Rund 170 Menschen leben und arbeiten hier; viele von ihnen studieren in Theorie und Praxis den Aufbau von Friedensdörfern und bereiten sich auf Einsätze in verschiedenen Teilen der Erde vor.

Durch die Freundschaft mit der kolumbianischen Menschenrechtsaktivistin und "UNESCO-Bürgermeisterin des Friedens" Gloria Cuartas kam Tamera in Kontakt mit dem Friedensdorf San José de Apartadó. Auf der Sommeruniversität 2005 besuchten erstmals zwei EinwohnerInnen des Dorfes Tamera. Erschüttert von den Berichten über die Grausamkeiten in ihrem Dorf initiierte eine Gruppe von Friedensjournalisten in Tamera eine Presseaktion; es entstanden Solidaritätsaktionen und öffentliche Kundgebungen in ganz Europa vor den kolumbianischen Botschaften. Gemeinsam mit den BewohnerInnen von San José de Apartadó entstand die Idee für "San José Solar".

Im September 2005 besuchte eine Delegation von drei Mitarbeiterinnen Tameras das kolumbianische Friedensdorf. Sie stellten dem Dorfrat die inzwischen konkreter gewordene Idee einer autarken Stromversorgung vor. Der Dorfrat stimmte zu.

Im Mai 2006 waren erneut drei VertreterInnen des Friedensdorfes San José de Apartadó in Tamera, um mehr über die Möglichkeiten der Solarenergie zu lernen und auch über die Idee, weltweit Friedensdörfer als Modelle einer gewaltfreien Kultur aufzubauen. Ein Teilnehmer der Gruppe sagte: "Es gibt in allen Ländern Friedenskräfte. Manche sind noch sehr klein. Aber wenn sie sich zusammenschließen, werden wir eines Tages stärker sein als die Kräfte der Gewalt."

Im März 2007 war dann eine Gruppe von acht MitarbeiterInnen aus Tamera in San Josecito. Zusammen mit der Firma "Efiambiential" (Cali/Kolumbien) haben sie unter anderem eine erste 2kw Solaranlage installiert und eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für 4000 Liter Trinkwasser am Tag.

 

 

3. Die Initiative „San José Solar“

 

Was in Kolumbien geschieht, geschieht so oder ähnlich an vielen anderen Orten der Erde: Im Zeichen der Globalisierung finden Kriege statt, von denen die Öffentlichkeit kaum noch Notiz nimmt. Wegen Bodenschätzen und Wasser, aus strategischen Gründen, wegen Naturressourcen oder zum Zweck der Kontrolle ganzer Landstriche werden überall auf der Erde Kleinbauern, Naturvölker und andere Bevölkerungsgruppen aus ihren natürlichen Lebenszusammenhängen gerissen und vertrieben, manchmal durch ökonomischen Druck und oft mit unvorstellbarer Gewalt. Die Verantwortlichen sind nicht die einzelnen Paramilitärs oder Soldaten; denn diese rekrutieren sich aus Jugendlichen, die ebenfalls völlig entwurzelt wurden. Die Verantwortlichen sitzen in den Schaltzentralen der weltweiten Politik und der globalen Konzerne – und letztlich reicht die Kette der Verantwortung bis zu uns selbst, solange wir nicht aktiv mithelfen, die Situation zu verändern.

 

Der weltweite Aufbau von autarken Friedensdörfern wie San José de Apartadó, deren konkrete Unterstützung durch internationales technisches, ökologisches und soziales Know-how, der Schutz dieser lokalen Initiativen durch eine globale wache zivile Öffentlichkeit und der Einsatz von internationalen Jugendcamps – dies sind Elemente eines globalen Plans, der eine Alternative zur Globalisierung der Gewalt eröffnet: der Plan der Friedensdörfer.

 

Wir können den Menschen in San José de Apartadó jetzt ganz konkret helfen zu überleben. Und wir können ihrer lokalen Initiative zu internationaler Öffentlichkeit verhelfen. „San José Solar" soll ein Modell für ein „Globales Friedensdorf“ werden.

 

Schirmherr für dieses Projekt ist der deutsche Bundestagsabgeordnete und Träger des Alternativen Nobelpreises, Hermann Scheer. Zusammen mit der Firma Sunvention aus Lörrach und ihrem Gründer Jürgen Kleinwächter sowie unter der Mithilfe vieler Einzelpersonen soll San Josesito zu einem autarken, mit Solartechnologie ausgestattetem Friedensdorf aufgebaut werden.

 

Die weiteren Stufen des Projekts werden wir gemeinsam mit den BewohnerInnen von San José de Apartadó ausarbeiten. Dringend benötigt werden auch Lösungen für Abwasser, ein Netzwerk für den Vertrieb von ökologisch angebauten Produkten, medizinische Versorgung, Ausbildung der Kinder und Ausbildung der „Campesinos“ in ähnlichen Dörfern. So könnte in einer gemeinsamen Planung San Josesito zu einem Forschungs- und Ausbildungsmodell für Friedensdörfer dieser Region werden.

 

Es könnte für viele Gemeinden in ähnlicher Situation einen Funken der Hoffnung entzünden.

 

 

4. Sie können helfen!

 

Die bedrohten und mutigen Einwohner von San José de Apartadó und der globale Plan der Friedensdörfer brauchen Unterstützung auf verschiedenen Ebenen. Was Sie tun können:

- Informieren Sie sich immer wieder über die Ereignisse des Friedensdorfes. (www.sos-sanjose.org)

- Informieren Sie Presse, Politiker und andere öffentliche Personen sowie Institutionen über die Situation in Kolumbien und speziell im Friedensdorf San José de Apartadó. Fordern Sie die Aufklärung der Morde und den Schutz des Dorfes!

- Informieren Sie sich über den Plan der Friedensdörfer und erzählen Sie ihn weiter. (www.tamera.org, dort „das Projekt der Heilungsbiotope“)

- Wenn Sie die Möglichkeit haben, die 2-KW-Solaranlage durch Sachspenden zu erweitern, bitte melden Sie sich bei:

Martin Funk, Tamera. E-mail: .

 

Herzlichen Dank! 

 

Spendenkonto:

 

Stiftung Förderfond der Freien Gemeinschaftsbank, Basel

Konto-Nr: 400.631.3

Kontoinhaber: Verein Netzwerk/Tamera

Clearing Nr: 8392

IBAN: CH20 0839 2000 0040 06313

BIC: RAIFCH22XXX

Stichwort: San José Solar

(Die Stiftung Förderfond kann Spendenquittungen ausstellen!)

 

 

Das San-José-Team in Tamera besteht aus:

Andrea Regelmann, Katja Long, Martin Funk, Iris Lindstedt und Irmtraud Fäthke

Kontaktadresse:

 

 

Unser Team arbeitet im Rahmen des IGF - Institut für Globale Friedensarbeit

Tamera/ Monte do Cerro

P-7630 Colos, Portugal

Tel: +351-283 635 484, Fax: -374

www.igf-online.org www.tamera.org

 

 

 

 

 


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